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Herbstkonzert 07.10.2017 19:30

FSJ beim LPO Brandenburg

Freiwilliges soziales Jahr beim Landespolizeiorchester Brandenburg

Mitglied der Abteilung Musik der Sportgemeinde Weiterstadt geht für ein Jahr nach Potsdam

 

Wenn man den Begriff „Freiwilliges soziales Jahr (FSJ)“ hört, hat man direkt Bilder von Krankenhäusern, Pflegediensten oder Kindergärten vor Augen, nicht aber unbedingt ein renommiertes Berufsblasorchester. Aber genau dieser Arbeitsplatz wird ab September für Tim Seliger aus Weiterstadt ein Jahr die Anlaufstelle sein, sich kulturell während seines FSJ zu engagieren.

Christian Köhler, ehemaliges Orchestermitglied der Abteilung Musik der Sportgemeinde Weiterstadt (SGW) und mittlerweile Chefdirigent des Landespolizeiorchesters (LPO) Brandenburg, hat die FSJ-Stelle beim LPO Brandenburg nach bereits 2013 aufkeimender Idee nun endlich Realität werden lassen können. „Wir bieten als erstes deutsches Berufsblasorchester eine FSJ-Stelle an!“, so Köhler. „Das zeigt die kulturelle Bedeutung eines solchen musikalischen Klangkörpers!“

Diese FSJ-Stelle im Bereich Kultur ist eine von 150 in der Region Berlin/Brandenburg, auf welche sich 1.800 junge Leute bewerben können. Und einer von ihnen war eben Tim Seliger, welcher auch direkt zu den Glücklichen gehörte, eine Zusage zu erhalten.

Seliger begann mit 5 Jahren Keyboard zu erlernen, nachdem er bereits bei der Abteilung Musik der Sportgemeinde Weiterstadt durch musikalische Früherziehung und Blockflötenunterricht erste musikalische Erfahrungen gesammelt hatte, wobei sein Interesse sehr schnell in Richtung Schlagwerk und Perkussion abwanderte. „Durch meinen Vater stand schon immer bei uns Zuhause ein Schlagzeug rum!“, so Seliger. „So konnte ich direkt darauf spielen.“ Ab der ersten Klasse besuchte Seliger bei René Lotz und später bei Clemens Hartmann innerhalb der Abteilung Musik der Sportgemeinde Weiterstadt Schlagzeugunterricht und machte sehr schnell große Fortschritte, weswegen er auch direkt in den einzelnen Orchestern der SGW mitspielen konnte.

Neben seinem Faible für das Schlagzeug fühlte er sich aber immer noch bedingt durch seine Ausbildung am Keyboard den Tasteninstrumenten hingezogen und erlernte zunächst autodidaktisch das Klavierspiel. „Irgendwann hat aber Tanja Schaefer (Dirigentin der Allegros der SGW - Anmerkung des Autors) mich beim Klavierspiel während einer Orchesterpause beobachtet und mir empfohlen, Unterricht zu nehmen“, beschreibt Seliger seinen Impuls, bei Nadja Stroh das Klavierspiel professionell in Angriff zu nehmen. Während dieser Zeit kam es nicht selten vor, dass Seliger schon vor Schulanfang die ersten Unterrichtsstunden am Klavier hinter sich gebracht hatte.

So war es nicht verwunderlich, dass Köhler bei einem Probenbesuch des Symphonic Sound Orchesters der SGW auf Seliger aufmerksam wurde, als dieser bei den Proben zur Filmmusik „Drei Haselnüsse für Aschenprödel“ die virtuose Klavierstimme übernahm, genau in jener Zeit, als Köhler eine Kandidatin oder einen Kandidaten für die neu geschaffene FSJ-Stelle suchte. Höchst beeindruckt von dieser Leistung lud Köhler Seliger nach Potsdam zum LPO ein, um auch dort bei einigen Proben für das gleiche Stück die Klavierstimme zu übernehmen. Das Berufsblasorchester entschied sich damals einstimmig, dass Seliger beim anstehenden Konzert in Weiterstadt diese Stimme komplett übernehmen sollte, was er auch selbstbewusst tat.

Als Köhler ihn dann letztendlich auf die neu geschaffene FSJ-Stelle beim LPO Brandenburg aufmerksam machte, war für Seliger die Entscheidung, sich darauf zu bewerben, bereits getroffen: „Vom Angebot bis zum Entschluss, nach Potsdam zu gehen, hat Tim weniger als 48 Stunden gebraucht.“, so die Einschätzung von Köhler. „Ich denke, es ist schlicht sein Ding und ich freue mich, ihm das ermöglichen zu können, insbesondere weil wir beide mit der Abteilung Musik die gleichen Wurzeln haben.“

Aber was sind denn nun genau die Aufgaben eines FSJlers, wie man ihn im Volksmund bezeichnet, bei einem Berufsblasorchester? „Sicher wird es nicht nur um das Schlagzeug- oder Klavierspielen gehen!“, erklärt Köhler. „Tim soll ein Konzept für eine Jugendkonzertreihe entwickeln, weil gerade dieses Angebot, welches zur Zeit noch aus 50 Konzerten für den Nachwuchs im Jahr besteht, wachsen soll!“ Darüber hinaus bedeutet aber die Stelle beim LPO enorme musikalische Erfahrungswerte für Seliger: 3 bis 4 Proben in der Woche, 70 bis 90 Konzerte während des FSJ. „Das geht natürlich nicht ohne die Unterstützung durch Tims Eltern!“, betont Köhler. „Der Umzug, das komplette Jahr weit weg von Zuhause und der gewohnten Umgebung. Solcher Rückhalt in der Familie ist nicht selbstverständlich, aber unglaublich wichtig!“

Auf Seliger wartet eine spannende, aber mit Sicherheit auch anstrengende Zeit in Potsdam, an welcher er musikalisch wachsen wird. Was Seliger danach machen wird, konnte er noch nicht exakt beantworten. „Eventuell Jura in Heidelberg! Musik soll einfach mein liebstes Hobby und Ausgleich bleiben!“ In den nächsten 12 Monaten bedeutet aber Musik für ihn vor allem: viel Arbeit und noch mehr Engagement! So, wie man es von einem FSJler eben erwartet, wenn er sich freiwillig für soziale Arbeit einsetzt.